ThrillRide

Achterbahn-Fahren - hier lassen sich fotografische Studien von urmenschlichen Verhaltensweisen erstellen. Erklärungen finden wir beim Freiburger Unterhaltungswissenschaftler Sacha Szabo, der seit Jahren zum Thema Kirmes, Rummel, Volksbelustigungen usw. forscht und publiziert: "In der Psychoanalyse wird das Fallen als Geburtstrauma verstanden. In dieser Lesart werden in der Traumdeutung auch Fall-Angst-Träume ausgelegt. Bemerkenswerterweise ist das Fallen sowohl mit Angst als auch mit Lust verbunden. Einerseits können wir sehen, wie Kleinkinder mit tiefstem Schrecken reagieren, wenn sie ungewollt fallen. Andererseits kennen wir auch Situationen bei denen Kinder sich geradezu lustvoll in die Hände ihrer Eltern fallen lassen und sich ein Ausdruck reinen Glücks im Gesicht des Kindes widerspiegelt. Wie sind diese unterschiedlichen Reaktionen miteinander zu vereinbaren? Dem ungarischstämmigen Psychoanalytiker Michael Balint kommt das Verdienst zu, diese beiden Strategien herausgearbeitet zu haben. In seiner Abhandlung über die „Angstlust“, im englischen als „Thrill“ bezeichnet, führt er aus, dass sowohl der Angstsucher (Philobat), wie auch der Angstmeider (Oknophile) sich im Bestreben befindet, eine Einheit mit dem geliebten Objekt herzustellen. Der Angstsucher reißt die Arme hoch und jauchzt. Der Angstmeider klammert sich fest und schreit. Aber beide haben, trotz unterschiedlicher Strategien, das gleiche Ziel. Was ist das aber für ein Bedürfnis? Das Erleben dieses Ausnahmezustandes wirkt nun auf den Rezipienten zurück. Er erfährt Vertrauen, dass das sich-fallen-lassen kein Sturz ins Unendliche ist, sondern er erfährt, dass er nach dem Ride wieder sicheren Boden unter den Füßen hat. Diese Erfahrung von Vertrauen bildet ein Gegengewicht – oder in der Sprache der Soziologie einen semantischen Komplementärbegriff – zur potentiellen Unsicherheit der alltäglichen Lebenswirklichkeit."

Mehr: Unterhaltungswissenschaftler Sacha Szabo

Und hier der kaum noch zu vermeidende rechtliche Hinweis: Ich betrachte die Fotostrecke als Ausnahme des "Rechts am eigenen Bild" im Sinne des § 23 Abs.1, Ziffern 3 und 4 KunstUrhG. Und dennoch: Wer sich hier entdeckt und nicht veröffentlicht sein möchte, schicke mir bitte eine Mail. Das Bild wird dann aus der Galerie entfernt. Danke.

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