Hannover: Landtag

Nach dem 2. Weltkrieg ging das damals fast vollständig zerstörte Leineschloss in Hannover in den Besitz des neu gegründeten Landes Niedersachsen über, wurde historisch korrekt wiederaufgebaut und erhielt in den Jahren 1958 bis 1962 einen würfelförmigen Beton-Anbau, in dem der Plenarsaal des Landtages untergebracht wurde. Architekt Oesterlen setzte baulich den damaligen Zeitgeist um: Die von außen zu sehenden spärlichen Fenster geben Licht an eine den Plenarsaal umgebende Wandelhalle. Der außen mit Holz verschalte runde Plenarsaal im Inneren des Würfels hat nur künstliches Licht von Oben. Das ganze entsprach der damals von den Abgeordneten gewünschen Vorstellung: Isolation und Konzentration auf das Wesentliche. 1983 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Von Anfang an umstritten war deshalb der Beschluss des Landtages vom 18. März 2010, das Gebäude abzureißen und durch einen kompletten Neubau zu ersetzen. Ununmstritten war aber auch, dass der Oesterlen-Bau heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt und ein riesiger Sanierungsstau entstanden ist. Seit Sommer 2012 wird nun doch wieder die Variante "Sanierung" (als Umbaumaßnahme im Bestand) bevorzugt - zu teuer wäre die Umsetzung eines Neubaus geworden. Am Samstag, den 8. März 2013 konnte der alte Plenarsaal am "Tag der Offenen Tür" ein letztes Mal besichtigt werden, im Sommer 2014 beginnen die Bauarbeiten. Die Fotos dieser Galerie zeigen Innenansichten des Gebäudes, die ich freundlicherweise mit Zustimmung des (damaligen)Landtagsdirektors Wolfgang Göke machen durfte. Plenarsaal, untere wie obere Wandelhalle, Raum der Landespressekonferenz, Durchblicke auf das Leineschloss und die Lichtkonstruktion unter der Kuppel sind zu sehen. Aufgenommen an Tagen, an denen Plenarsaal und angrenzende Bereiche nicht genutzt wurden - bei spärlicher so genannter "Putzbeleuchtung". Eine Dokumentation.